Die Leere

Gott ist nicht nur der Fluss aller Gedanken – das All, er ist auch die Leere – das Nichts – der Bewusstseins-Raum, der alle Gedanken enthält, die in der Welt der Materie noch ungeoffenbart sind. Um dies zu verstehen, stell Dir ein Blatt weißes Papier vor. Was siehst Du – nichts. Was könntest Du darauf zeichnen – alles. Die Leere, das Nichts enthält also in sich das All.

Die Leere ist ein unsichtbarer Zustand vollkommener Einheit – um etwas sichtbar zu machen, damit es in der Welt der Materie erscheinen kann, muss es sich von der Einheit trennen, es muss aus der Einheit heraus-fallen. Zeichne jetzt auf das leere Blatt einen grünen Kreis mit dem Farb-Pinsel – wo kam er her – wo war er vorher.

Er war immer schon da, Du hast ihn vorher nur nicht erkennen können, die positive Form – der grüne Kreis – und die negative Form in der ergänzenden Farbe – als roter Kreis – lagen in der Einheit als unsicht-barer weißer Kreis übereinander. Der grüne Kreis war latent, ungeoffenbart, schon vorhanden – als er durch den Pinsel auf dem Papier erschien, blieb die rote Ergänzungshälfte im Ungeoffenbarten zurück.

Erkenne – was immer Du siehst, es ist nur darum erkennbar, weil es sich von seiner Ergänzungshälfte getrennt hat, die im Unsichtbaren, im Ungeoffenbarten zurückgeblieben ist. Beobachte die sichtbare Welt – sie ist nur darum erkennbar, weil sie sich von Gott, der Einheit, wo das Nichts und das All noch ineinander ruhen, getrennt hat.

Nur wenn das positive und das negative getrennt erscheinen und wir beide miteinander vergleichen können, ist die Schöpfung erkennbar. Ohne dass sich die Einheit in zwei Hälften spaltet – in eine geoffenbarte und deren nicht-offenbartes Spiegelbild – gibt es keine Erkenntnis.

Erkenne diese ewige Wahrheit – so wie Du als Schöpfer mit dem Pinsel den grünen Kreis geschaffen hast, so ist Dein Bewusstsein der Schöpfer Deiner Welt – durch Dein Bewusstsein bringst Du alles aus dem leeren Bewusstseinsraum hervor – Du bist der Schöpfer – Deine Ich bin Gegenwart ist der Pinsel, das Werkzeug Deiner Schöpferkraft – Deine Gedanken sind das Medium, die Farbe, mit der Dein Bewusstsein malt.

 

Die Dualität

Als Gott, der unsichtbare Gedanke, über sich selbst nachdachte, wurde auch der Schöpfungsgedanke geboren – um sich selbst erkennen zu können, musste er sich in Bild und Spiegelbild trennen – nur darum gibt es die Dualität unser Welt. Weise ist, wer dies verstehst – das Böse ist nur das Spiegelbild des Guten – Du kannst das Gute nur darum erkennen, weil es sein Spiegelbild, das Böse gibt – in der Einheit sind sie identisch. Verstehst Du, warum der Kampf gegen das Böse sinnlos ist, denn wenn es Dir gelänge, es auszumerzen, müsste auch gleichzeitig das Gute verschwinden, sie wären beide wieder in der Einheit unsichtbar.

Das ist der Grund, warum die aufgestiegenen Meister und Avatare nicht die Überwindung des Bösen auf ihre Fahnen schreiben – sie lehren stattdessen zu lieben und aufzuhören zu urteilen – jeder Gedanke, jedes Wesen, jedes Ding hat seine Daseinsberechtigung, auch das Böse – denn alles ist Gott, der Gedanke, der niemals urteilt.

Doch immer hast Du Wahlmöglichkeiten – Du selbst kannst Dich für das Gute oder das Böse im Bewusstsein entscheiden – und was immer Du denkst, erkennst Du damit als Deine Wahrheit an – und Gott der Gedanke offenbart es für Dich in der Welt durch sein immerwährendes Gebot – Ich bin.

Erkenne auch diese Wahrheit – Einheit und Vollkommenheit kannst Du in der offenbarten Welt niemals erreichen – im Bewusstsein aber kannst Du beides für Dich verwirklichen – Du stehst dann über der offenbarten Welt, selbst wenn Du Teil von ihr bist – sie selbst aber bleibt davon unberührt.

 

Christ und Antichrist

Dein verfälschtes Ego hält Dich davon ab, die Totalität Gottes zu erkennen, zu werden und das gesamte Spektrum aller Gedankenfrequenzen im Gehirn zuzulassen – es verschließt sich allen Gedankenfrequenzen – die Gott sind – damit es in scheinbarer Sicherheit leben kann, ohne Schaden zu nehmen.

Darum ist das verfälschte Ego tatsächlich der Antichrist – denn es leugnet, dass Du ein Kind Gottes bist – es gestattet Dir nicht, den Gedanken anzunehmen – dass Du und der Vater ein und dasselbe sind, dass auch Du das unsterbliche, göttliche Prinzip Ich bin bist, das die Macht hat, die Ewigkeit zu erschaffen – und den Tod.

Der Antichrist ist das verfälschte Ego – sein Königreich ist das gesellschaftliche Bewusstsein, das unbegrenztes Denken nicht zulässt – sein Dogma heißt Angst, Urteil und Überleben. Ein Christ ist ein Mensch, der ganz und gar die Kraft, die Liebe, die Schönheit und das unbegrenzte Leben des Vaters ausdrückt, der in ihm lebt – der erkennt, dass er göttlich ist und selbst zu dieser Erkenntnis wird – indem er jegliches Dogma, Angst, Prophezeiungen überschreitet, weil er weiß, jenseits des gesellschaftlichen Bewusstseins ist die Macht der Gedanken, die unbegrenzte Lebenskraft, die man Gott nennt.

Du bist der Tempel – Christ und Antichrist teilen sich den selben Tempel – Gott in Dir – die Gesamtheit allen Denkens – lässt sowohl den Christ als auch den Antichrist leben – er lässt Leben und Tod zu – er lässt Begrenztheit und Grenzenlosigkeit zu.